Augenoptiker beraten zu Sehhilfen, bestimmen die Sehstärke, fertigen und passen Brillen und Kontaktlinsen an und reparieren sie. Sie wählen Gläser und Fassungen nach Sehaufgabe, Verordnung und Wunsch aus. Kunden kommen für neue Brillen, Kontaktlinsen, Sehtests und Anpassungen, bei Augenerkrankungen ist jedoch der Augenarzt zuständig.
Typische Aufgaben
- Sehstärke bestimmen und Sehhilfen beraten
- Brillengläser auswählen und einschleifen
- Brillen anpassen und reparieren
- Kontaktlinsen anpassen und Pflege erklären
- Vergrößernde Sehhilfen für schlechte Sicht anpassen
- Kunden in den Gebrauch der Sehhilfe einweisen
- Brillen und Gläser nach Wünschen modifizieren
Wann Sie diesen Betrieb brauchen
Sie gehen zum Augenoptiker, wenn Sie eine neue Brille, Gleitsichtgläser, Sonnen- oder Arbeitsplatzbrillen, Kontaktlinsen oder eine Reparatur brauchen oder wenn Ihre Sehhilfe nicht mehr passt. Auch bei Kopfschmerzen oder Ermüdung am Bildschirm hilft eine Sehstärkenbestimmung, bei Verdacht auf eine Augenerkrankung gehören Sie jedoch in augenärztliche Behandlung. Zuzahlungen der Krankenkassen gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen, Auskunft gibt Ihre Kasse. Gewerbliche Kunden wie Unternehmen oder Schulen lassen Arbeitsplatzbrillen anpassen oder Mitarbeiter beraten. Bringen Sie vorhandene Brillen und Verordnungen mit und besprechen Sie Alltag, Arbeitsplatz und Hobbys, damit der Betrieb Gläser und Fassung passend auswählen kann. Wer häufig am Bildschirm arbeitet, kann beim Optiker auch eine Arbeitsplatzbrille besprechen. Bei Kindern lohnt es sich, Sehschwächen früh abklären zu lassen.
Abgrenzung zu anderen Gewerken
Der Augenoptiker bestimmt Sehschärfe und fertigt Sehhilfen. Der Augenarzt untersucht die Augen auf Erkrankungen, behandelt sie und stellt Verordnungen aus. Der Hörakustiker kümmert sich um Hörsysteme, der Orthopädietechniker um Hilfsmittel für Bewegungsapparat, der Zahntechniker um Zahnersatz. Brillenfassungen und Gläser stellen Hersteller der Optikindustrie her, der Augenoptiker passt sie an und bearbeitet sie. Online-Anbieter verkaufen Brillen, die Anpassung und Beratung vor Ort können sie nicht ersetzen. Fragen Sie nach, welche Messungen der Betrieb vor dem Kauf durchführt und welche Leistungen Anpassung und Nachbetreuung umfassen. Für medizinische Fragen zu Ihren Augen bleibt der Augenarzt die richtige Anlaufstelle.
Verwandte Gewerke: Hörakustiker, Orthopädietechniker, Zahntechniker
Meisterpflicht und Eintragung
Augenoptiker ist ein zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A der Handwerksordnung. Wer ein Optikergeschäft selbständig führen will, muss in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. Üblich ist dafür die Meisterprüfung oder eine gleichwertige Qualifikation. Die Beratung zu Sehhilfen berührt die Gesundheit der Kunden, weshalb der fachliche Nachweis hier besonders gilt. Ausnahmen prüft die Kammer im Einzelfall. Eine Ausübungsberechtigung für erfahrene Gesellen nach § 7b der Handwerksordnung ist für dieses Handwerk gesetzlich ausgeschlossen. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Ausbildung
| Ausbildungsberuf | Augenoptiker/Augenoptikerin |
|---|---|
| Dauer | 3 Jahre |
| Quelle | bibb.de |
Woran Sie einen seriösen Betrieb erkennen
- Fragen Sie nach der Eintragung in die Handwerksrolle und danach, wie der Betrieb die Sehstärke bestimmt und Ihre Sehgewohnheiten berücksichtigt.
- Lassen Sie sich das Angebot mit Gläsern, Fassung, Entspiegelung und Anpassung schriftlich aufschlüsseln und vergleichen Sie Angebote anhand der Gläserqualität. Fragen Sie auch nach Nachbesserung bei Problemen mit der Anpassung.
- Fragen Sie nach Nachbetreuung, Umtauschbedingungen und Reparaturservice und ob Kontaktlinsen mit Nachkontrollen angepasst werden.
Häufige Fragen
Ist Augenoptiker meisterpflichtig?
Ja. Augenoptiker steht in Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig. Für die selbstständige Ausübung ist die Eintragung in die Handwerksrolle nötig, in der Regel mit Meisterbrief.
Was macht ein Augenoptiker?
Augenoptiker beraten zu Sehhilfen, bestimmen die Sehstärke, fertigen und passen Brillen und Kontaktlinsen an und reparieren sie. Sie wählen Gläser und Fassungen nach Sehaufgabe, Verordnung und Wunsch aus. Kunden kommen für neue Brillen, Kontaktlinsen, Sehtests und Anpassungen, bei Augenerkrankungen ist jedoch der Augenarzt zuständig.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung zum Beruf Augenoptiker/Augenoptikerin dauert 3 Jahre.
Rechtsgrundlage: Handwerksordnung, Anlage A. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand 10/2026.
