
Handwerker-Glossar: 72 Fachbegriffe erklärt
Von Abnahmeprotokoll bis Zählerschrank
Kurze Antwort
Das Glossar erklärt Fachbegriffe, die in Angeboten, Rechnungen und Gesprächen mit Handwerkern vorkommen. Jeder Begriff hat eine kurze Definition, eine Erklärung mit Praxisbeispiel und Verweise auf das zuständige Gewerk.
A
- Abnahmeprotokoll
- Das Abnahmeprotokoll ist die schriftliche Niederschrift über die Abnahme eines Werks. Es hält Datum, Beteiligte, festgestellte Mängel, Vorbehalte und Fristen zur Beseitigung fest.
- Abschlagszahlung
- Eine Abschlagszahlung ist eine Teilzahlung für bereits erbrachte Leistungen während der Bauzeit. Sie ist nach dem Wert der ausgeführten Arbeiten zu bemessen und nachzuweisen.
- Absturzsicherung (Geländer, Seitenschutz)
- Absturzsicherung sind Einrichtungen wie Geländer, Seitenschutz oder Auffangnetze, die verhindern, dass Menschen von Dächern, Gerüsten, Balkonen oder Treppen abstürzen.
- Anschlussfuge
- Eine Anschlussfuge ist die Fuge zwischen zwei Bauteilen, etwa zwischen Fenster und Mauerwerk oder Wand und Boden. Sie dichtet ab und nimmt Bewegungen auf.
B
- Bauabnahme
- Die Bauabnahme ist die Erklärung des Bestellers, das fertiggestellte Werk als im Wesentlichen vertragsgemäß anzunehmen. Sie löst Fristen aus und beeinflusst Zahlung, Beweislast und Mängelrechte.
- Bezirksschornsteinfeger
- Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ist ein hoheitlich tätiger Schornsteinfeger für einen festen Kehrbezirk, der Feuerstättenschau, Bescheide und Nachweise der Eigentümer überwacht.
- Brandschutzklappe
- Eine Brandschutzklappe ist eine Absperrvorrichtung in Lüftungsleitungen, die im Brandfall schließt und so verhindert, dass Feuer und Rauch durch Wände oder Decken in andere Bereiche gelangen.
- Brennwerttechnik
- Brennwerttechnik nutzt zusätzlich die Wärme des Wasserdampfs in den Abgasen. Dadurch erreichen Gas- und Ölkessel einen höheren Wirkungsgrad als Heizkessel ohne Kondensation.
D
- Dachrinne
- Die Dachrinne ist eine am unteren Dachrand befestigte Rinne, die das Regenwasser von der Dachfläche sammelt und zum Fallrohr leitet.
- Dampfsperre
- Eine Dampfsperre ist eine dichte Folie oder Bahn auf der warmen Seite der Dämmung, die verhindert, dass feuchte Raumluft in die Konstruktion wandert und dort kondensiert.
- Dreifachverglasung
- Eine Dreifachverglasung besteht aus drei Glasscheiben mit zwei Zwischenräumen. Sie dämmt besser als eine Zweifachverglasung, ist aber schwerer und lässt weniger Sonnenenergie durch.
- Dämmung
- Dämmung ist eine Schicht aus wärmedämmenden Materialien an Dach, Wand, Decke oder Boden, die Wärmeverluste verringert und für ein ausgeglichenes Raumklima sorgt.
E
- Estrich
- Estrich ist eine auf Rohdecke oder Dämmung aufgebrachte, ebene Schicht, die als tragender Untergrund für Bodenbeläge wie Fliesen, Parkett oder Laminat dient.
F
- FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter)
- Ein FI-Schutzschalter, fachlich RCD, schaltet bei einem Fehlerstrom, etwa durch einen Defekt oder eine Berührung, in Sekundenbruchteilen den Strom ab und schützt so Menschen vor Stromschlägen.
- Fallrohr
- Das Fallrohr ist das senkrechte Rohr an der Fassade, das Regenwasser aus der Dachrinne zur Grundstücksentwässerung, zum Regenwasserkanal oder zu einer Versickerung ableitet.
- Fassadenputz
- Fassadenputz ist die äußere Putzschicht einer Hauswand, die Wetter und Schmutz abhält, die Wand schützt und die Fassade optisch gestaltet.
- Fensterbank
- Die Fensterbank ist die Abdeckung der Fensterbrüstung. Außen leitet sie Regenwasser ab, innen dient sie als Ablage und als Abschluss zwischen Fenster und Wand.
- Feuerstättenschau
- Die Feuerstättenschau ist die regelmäßige Besichtigung aller Feuerstätten und Abgasanlagen eines Gebäudes durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zur Prüfung von Betriebs- und Brandsicherheit.
- First
- Der First ist die oberste waagerechte Kante eines geneigten Daches, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen und die meist mit Firstziegeln oder einem Firstblech abgedeckt wird.
- Fugenmörtel
- Fugenmörtel ist die Masse, mit der die Zwischenräume zwischen Fliesen und Platten gefüllt werden, damit Kanten geschützt, Flächen geschlossen und Schmutz sowie Wasser ferngehalten werden.
G
- Gerüstklasse (Lastklasse)
- Die Gerüstklasse, genauer Lastklasse, gibt nach DIN EN 12811-1 an, wie stark eine Gerüstlage belastet werden darf. Es gibt sechs Lastklassen, abhängig von Art und Gewicht der Arbeiten.
- Gewährleistung
- Gewährleistung bezeichnet die gesetzliche Haftung des Betriebs für Mängel seiner Leistung. Im Werkvertrag heißt sie Mängelansprüche und verjährt bei Bauwerken nach fünf Jahren ab Abnahme.
- Gipskarton (Gipsplatte)
- Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern mit Kartonummantelung. Sie werden im Trockenbau für Wände, Decken und Verkleidungen eingesetzt und anschließend verspachtelt.
- Grundierung
- Eine Grundierung ist ein Voranstrich auf den Untergrund, der die Haftung verbessert, die Saugfähigkeit regelt und den Untergrund festigt, bevor Farbe, Putz, Kleber oder Spachtel folgt.
- Grundreinigung
- Die Grundreinigung ist eine gründliche, meist einmalige Intensivreinigung, die hartnäckigen Schmutz, alte Pflegeschichten und Rückstände entfernt, etwa nach Umbau, Auszug oder längerem Leerstand.
H
- Handwerkerrechnung (§ 35a EStG)
- Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt ermäßigt § 35a EStG die Einkommensteuer um 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens um 1.200 Euro im Jahr. Voraussetzung sind Rechnung und Überweisung.
- Handwerkskammer
- Die Handwerkskammer ist die Selbstverwaltung des Handwerks in einem Bezirk. Sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, führt die Handwerksrolle und regelt die Berufsausbildung.
- Handwerksrolle
- Die Handwerksrolle ist das von der Handwerkskammer geführte Verzeichnis der Inhaber von Betrieben zulassungspflichtiger Handwerke. Wer ein solches Handwerk selbständig betreibt, muss dort eingetragen sein.
- Hausanschluss
- Der Hausanschluss ist die Verbindung zwischen dem öffentlichen Versorgungsnetz und einem Gebäude, etwa für Strom, Wasser, Gas, Fernwärme oder Telekommunikation.
- Holzschutz
- Holzschutz umfasst bauliche und chemische Maßnahmen, die Holz vor Feuchtigkeit, Pilzen und Insekten schützen und seine Haltbarkeit verlängern.
- Hydraulischer Abgleich
- Beim hydraulischen Abgleich wird die Wassermenge für jeden Heizkörper oder Heizkreis eingestellt, damit alle Räume gleichmäßig und mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur warm werden.
I
- Innung
- Eine Innung ist der freiwillige Zusammenschluss selbständiger Handwerksbetriebe desselben Handwerks in einem Bezirk. Sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und fördert die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder.
- Isolierverglasung
- Isolierverglasung besteht aus mehreren Glasscheiben mit gas- oder luftgefülltem Zwischenraum, die am Rand dicht verbunden sind und so Wärmeverluste durch das Fenster verringern.
K
- Kaminofen
- Ein Kaminofen ist ein freistehender Ofen für feste Brennstoffe wie Scheitholz, der einen Raum beheizt und an einen Schornstein angeschlossen wird. Er unterliegt der 1. BImSchV.
- Korrosionsschutz
- Korrosionsschutz umfasst Beschichtungen, Verzinkung und konstruktive Maßnahmen, die Metallbauteile vor Rost und anderer Zersetzung durch Feuchtigkeit und Umwelteinflüsse schützen.
- Kostenvoranschlag
- Ein Kostenvoranschlag ist eine fachliche Schätzung der voraussichtlichen Kosten einer Leistung. Er ist im Zweifel nicht zu vergüten und nur verbindlich, wenn der Betrieb einen Festpreis zusagt.
- Kreishandwerkerschaft
- Die Kreishandwerkerschaft ist der Zusammenschluss der Handwerksinnungen eines Stadt- oder Landkreises. Sie vertritt die Gesamtinteressen des Handwerks vor Ort und unterstützt die Innungen.
L
- Laminat
- Laminat ist ein Bodenbelag aus einer Holzfaserplatte mit Dekor- und Nutzschicht, der meist als Klicksystem schwimmend auf Trittschalldämmung verlegt wird.
- Leckageortung
- Leckageortung ist das gezielte Aufspüren undichter Stellen in Wasser-, Heizungs- oder Abwasserleitungen und Bauteilen, ohne unnötig große Flächen aufzustemmen.
- Legionellen
- Legionellen sind Bakterien im Wasser, die bei Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa beim Duschen, Lungenentzündungen auslösen können. Die Trinkwasserverordnung regelt Untersuchungen in größeren Anlagen.
M
- Meisterpflicht
- Meisterpflicht bedeutet, dass ein zulassungspflichtiges Handwerk nur selbständig betreiben darf, wer die Meisterprüfung oder eine gleichwertige Qualifikation nachweist und in die Handwerksrolle eingetragen ist.
- Mängelrüge
- Die Mängelrüge ist die Mitteilung des Kunden an den Betrieb, dass die Leistung einen Mangel hat. Sie sollte schriftlich erfolgen, den Mangel beschreiben und eine Frist zur Beseitigung setzen.
N
- Natursteinplatte
- Eine Natursteinplatte ist eine aus Stein gesägte Platte, etwa aus Granit, Marmor, Schiefer oder Kalkstein, die für Böden, Wände, Treppen, Fensterbänke und Arbeitsplatten verwendet wird.
- Netzbetreiber-Anmeldung (Installateurverzeichnis)
- Die Netzbetreiber-Anmeldung ist die Meldung neuer oder geänderter Elektroanlagen an den Netzbetreiber. Sie darf nur ein Betrieb ausführen, der im Installateurverzeichnis eingetragen ist.
O
- Ortgang
- Der Ortgang ist der seitliche Abschluss eines Satteldachs am Giebel, also die schräg verlaufende Kante, an der die Dachdeckung endet und an die Giebelwand grenzt.
P
- Parkett
- Parkett ist ein Holzfußboden aus Massivholz oder mehrschichtigem Aufbau mit Holznutzschicht, der geklebt oder schwimmend verlegt wird und sich wiederholt abschleifen lässt.
- Polsterung
- Polsterung ist die weiche Füllung und Bespannung von Sitzmöbeln, Betten oder Wandpaneelen. Polsterer arbeiten sie neu auf oder beziehen sie mit neuem Stoff oder Leder.
- Potentialausgleich
- Der Potentialausgleich verbindet alle leitfähigen Teile eines Gebäudes elektrisch miteinander und mit der Erdung, damit keine gefährlichen Spannungsunterschiede entstehen.
R
- Raffstore
- Ein Raffstore ist ein außenliegender Sonnen- und Blendschutz aus verstellbaren, aufziehbaren Lamellen, der Licht lenkt und Wärmeeintrag verringert, ohne den Ausblick komplett zu versperren.
- Rauchwarnmelder
- Rauchwarnmelder sind Geräte, die Rauch früh erkennen und einen lauten Alarm auslösen. Sie sind in allen 16 Bundesländern für Wohnungen vorgeschrieben, Details regeln die Landesbauordnungen.
- Rückstauklappe
- Eine Rückstauklappe ist ein Rückstauverschluss in der Entwässerungsleitung, der verhindert, dass Wasser aus dem Kanal bei Überlastung in tiefliegende Räume wie Keller zurückfließt.
S
- Schlitzarbeiten
- Schlitzarbeiten sind das Einfräsen oder Stemmen schmaler Nuten in Wände und Decken, damit Leitungen und Rohre unter dem Putz verlegt werden können.
- Silikonfuge
- Eine Silikonfuge ist eine elastische Dichtfuge aus Silikon, die Bewegungen zwischen Bauteilen aufnimmt und Wasser fernhält, etwa an Dusche, Badewanne, Waschbecken oder Fenstern.
- Sockelleiste
- Eine Sockelleiste ist die Leiste am unteren Wandrand, die den Übergang zwischen Boden und Wand abdeckt, die Randfuge des Bodenbelags verbirgt und die Wand vor Stößen schützt.
- Spachtelstufen (Q1 bis Q4)
- Spachtelstufen Q1 bis Q4 beschreiben die Oberflächengüte verspachtelter Gipsplatten. Q2 ist die Standardverspachtelung, Q3 und Q4 sind für höhere optische Ansprüche gedacht.
- Sparren
- Sparren sind die schräg liegenden Tragbalken eines Daches, die vom First zur Traufe verlaufen und die Dachdeckung samt Lasten wie Schnee und Wind tragen.
- Steinmetzarbeiten
- Steinmetzarbeiten umfassen das Bearbeiten, Anfertigen und Montieren von Naturstein, etwa für Treppen, Fensterbänke, Arbeitsplatten, Fassaden und Grabmale.
- Stundenverrechnungssatz
- Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den ein Handwerksbetrieb pro Arbeitsstunde berechnet. Er umfasst Lohn, Nebenkosten, Betriebskosten und Gewinn und unterscheidet sich je nach Betrieb und Region.
T
- Traufe
- Die Traufe ist die untere, waagerechte Kante eines geneigten Daches, an der das Regenwasser vom Dach in die Dachrinne oder auf das Grundstück abläuft.
- Trittschalldämmung
- Trittschalldämmung ist eine Schicht unter Estrich oder Bodenbelag, die Geräusche beim Gehen dämpft und verhindert, dass sie als Körperschall in darunterliegende Räume übertragen werden.
- Trockenbau
- Trockenbau ist der Innenausbau mit vorgefertigten Platten, meist Gipsplatten, auf Unterkonstruktionen aus Metall oder Holz, etwa für Wände, abgehängte Decken und Dachausbauten.
U
- U-Wert
- Der U-Wert, auch Wärmedurchgangskoeffizient, gibt in W/(m²K) an, wie viel Wärme durch ein Bauteil strömt. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Bauteil.
- Unterhaltsreinigung (Gebäudereinigung)
- Unterhaltsreinigung ist die regelmäßige, planmäßige Reinigung eines Gebäudes, etwa von Büros, Praxen oder Treppenhäusern, nach festgelegtem Leistungsverzeichnis und in festen Intervallen.
- Unterputz und Aufputz
- Unterputz bedeutet, dass Leitungen und Dosen in der Wand verborgen liegen. Aufputz heißt, dass sie sichtbar auf der Wandoberfläche montiert werden.
- Unterspannbahn
- Eine Unterspannbahn ist eine wasserableitende Bahn unter der Dachdeckung, die eindringende Feuchtigkeit, Flugschnee und Staub auffängt und zur Dachrinne ableitet.
V
- VOB/B
- Die VOB/B ist die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B. Sie enthält Allgemeine Vertragsbedingungen für Bauverträge und gilt nur, wenn sie vereinbart wurde.
W
- Werkvertrag
- Ein Werkvertrag verpflichtet den Unternehmer, ein versprochenes Werk herzustellen, und den Besteller, die vereinbarte Vergütung zu zahlen. Geschuldet ist ein Erfolg, nicht nur eine Tätigkeit.
- Wärmebrücke
- Eine Wärmebrücke ist eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen abfließt als in den umliegenden Bauteilen, etwa an Balkonplatten oder Fensterlaibungen.
- Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
- Ein Wärmedämmverbundsystem ist ein mehrschichtiger Fassadenaufbau aus geklebten oder gedübelten Dämmplatten, Armierungsschicht und Außenputz, der Außenwände von außen dämmt.
- Wärmepumpe
- Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt, also Luft, Erdreich oder Grundwasser, Wärme und hebt sie mit Strom auf das für Heizung und Warmwasser nötige Temperaturniveau.
Z
- Zarge
- Eine Zarge ist der feste Rahmen, in dem ein Türblatt hängt. Sie wird in die Maueröffnung oder Trockenbauwand eingebaut und trägt Bänder und Schloss.
- Zählerschrank
- Der Zählerschrank ist der Schrank im Haus, in dem Stromzähler, Überstromschutz und Verteilereinrichtungen sitzen und von dem aus der Strom in die einzelnen Stromkreise verteilt wird.