Brunnenbauer bohren und bauen Brunnen für Trink- und Brauchwasser, setzen Erdwärmesonden und legen Grundwasserabsenkungen an. Sie wählen das Bohrverfahren, bauen Rohre, Filter und Pumpen ein und beraten zur Wassergewinnung. Kunden beauftragen sie für Gartenbrunnen, Hauswasser, Geothermie und Baustellenentwässerung. Vor einer Bohrung sind je nach Standort Anzeigen oder Genehmigungen zu klären.
Typische Aufgaben
- Brunnenbohrungen planen und ausführen
- Brunnenrohre und Filter einbauen
- Pumpen und Druckanlagen installieren
- Erdwärmesonden bohren und einbauen
- Grundwasserabsenkungen für Baustellen herstellen
- Brunnen warten, regenerieren und sanieren
- Wasserproben und Förderleistung prüfen
Wann Sie diesen Betrieb brauchen
Ein Brunnenbauer ist gefragt, wenn Sie Gartenwasser selbst fördern wollen, ein vorhandener Brunnen versandet ist oder weniger Wasser liefert oder für eine Wärmepumpe Erdwärmesonden gebohrt werden sollen. Er prüft den Untergrund, empfiehlt ein passendes Verfahren und kennt in der Regel die Anforderungen der örtlichen Behörden. Brunnenbohrungen und Geothermie unterliegen je nach Bundesland und Standort Anzeige- oder Genehmigungspflichten, die vor dem Bohren zu klären sind. Gewerbliche Kunden beauftragen Brunnenbauer für Betriebs- und Prozesswasser, Beregnung, Löschwasserbrunnen und Wasserhaltung auf Baustellen. Wer eine Wärmepumpe plant, stimmt die Bohrung mit dem Heizungsbauer ab. Lassen Sie sich außerdem erklären, wie oft ein Brunnen gewartet werden sollte und welche Wasserqualität für Ihren Zweck nötig ist.
Abgrenzung zu anderen Gewerken
Der Brunnenbauer bohrt und stellt die Wasser- oder Erdwärmequelle her. Die Pumpen- und Hausanschlussinstallation sowie die Heizungsseite einer Wärmepumpe übernimmt der Installateur und Heizungsbauer. Elektroanschlüsse für Pumpen führt der Elektrotechniker aus. Erd- und Tiefbauarbeiten für Gräben oder Zufahrten gehören zum Straßenbauer oder Tiefbaubetrieb. Garten- und Landschaftsbauer legen Anlagen im Garten an, bohren aber meist nicht selbst. Die Kältetechnik einer Wärmepumpe selbst baut der Kälteanlagenbauer, bei vielen Geräten übernimmt das aber der Heizungsbauer. Klären Sie bei einem Brunnenprojekt vorab, wer Genehmigungen beantragt und wer Pumpe, Leitung und Stromanschluss ausführt. So vermeiden Sie, dass Zuständigkeiten zwischen Betrieben offen bleiben. Planen Sie Genehmigungszeiten bei Ihrem Zeitplan ein.
Verwandte Gewerke: Installateur und Heizungsbauer, Elektrotechniker, Straßenbauer, Kälteanlagenbauer
Meisterpflicht und Eintragung
Der Brunnenbauer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A der Handwerksordnung. Ein selbständiger Betrieb muss in die Handwerksrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragen sein. In der Regel ist dafür die Meisterprüfung nötig oder eine gleichwertige Qualifikation. Ausnahmen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich und werden von der Kammer geprüft. Für Sie als Auftraggeber heißt das: Fragen Sie nach der Eintragung, bevor Sie eine Bohrung beauftragen. Besonders bei Bohrungen in Wasserschutzgebieten sind Fachkenntnis und Genehmigung wichtig. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Ausbildung
| Ausbildungsberuf | Brunnenbauer/Brunnenbauerin |
|---|---|
| Dauer | 3 Jahre |
| Quelle | bibb.de |
Woran Sie einen seriösen Betrieb erkennen
- Fragen Sie, ob der Betrieb Anzeige und Genehmigung bei der zuständigen Behörde vorbereitet oder begleitet, bevor die Bohrung beginnt.
- Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot mit Bohrverfahren, Material, Pumpe und der Abrechnung nach Aufwand oder Bohrmetern geben und vergleichen Sie mehrere Angebote.
- Klären Sie vorab schriftlich, wie vorgegangen wird, wenn die Bohrung nicht den erwarteten Wasserstand oder die erwartete Ergiebigkeit erreicht. Fordern Sie Nachweise über abgeschlossene Bohrungen an.
Häufige Fragen
Ist Brunnenbauer meisterpflichtig?
Ja. Brunnenbauer steht in Anlage A der Handwerksordnung und ist zulassungspflichtig. Für die selbstständige Ausübung ist die Eintragung in die Handwerksrolle nötig, in der Regel mit Meisterbrief.
Was macht ein Brunnenbauer?
Brunnenbauer bohren und bauen Brunnen für Trink- und Brauchwasser, setzen Erdwärmesonden und legen Grundwasserabsenkungen an. Sie wählen das Bohrverfahren, bauen Rohre, Filter und Pumpen ein und beraten zur Wassergewinnung. Kunden beauftragen sie für Gartenbrunnen, Hauswasser, Geothermie und Baustellenentwässerung. Vor einer Bohrung sind je nach Standort Anzeigen oder Genehmigungen zu klären.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung zum Beruf Brunnenbauer/Brunnenbauerin dauert 3 Jahre.
Rechtsgrundlage: Handwerksordnung, Anlage A. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand 10/2026.
