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Wand mit Hobeln, Zangen und Sägen in einer Werkstatt

Schuhmacher: Aufgaben, Meisterpflicht, Ausbildung

Handwerksordnung Anlage B Abschnitt 1, Nr. 25 · zulassungsfrei

Was macht ein Schuhmacher?

Schuhmacher reparieren Schuhe, tauschen Sohlen und Absätze, bessern Nähte aus und fertigen Maßschuhe an. Auch Taschen, Gürtel und andere Lederwaren werden häufig mitrepariert. Wer hochwertige Schuhe lange tragen möchte, lässt sie fachgerecht instand setzen. Ein Meisterbrief ist für den Betrieb nicht erforderlich, das Gewerbe ist zulassungsfrei.

Typische Aufgaben

  • Sohlen und Absätze erneuern
  • Nähte nachnähen und Schäfte reparieren
  • Schuhe weiten, dehnen und anpassen
  • Maßschuhe nach Fußabdruck und Maß fertigen
  • Lederschuhe pflegen, färben und aufarbeiten
  • Reißverschlüsse und Schnallen ersetzen
  • Lederwaren, Gürtel und Taschen instand setzen

Wann Sie diesen Betrieb brauchen

Der Schuhmacher ist die richtige Adresse, wenn Lieblingsschuhe nicht gleich ersetzt werden sollen. Sohlen durchgelaufen, Absätze schief, eine Naht aufgeplatzt, der Schaft rissig oder der Schuh zu eng: Vieles lässt sich beheben, vor allem bei rahmengenähten und hochwertigen Lederschuhen. Auch die Anfertigung nach Maß gehört zum Handwerk, etwa bei besonderen Fußformen oder Wünschen an Material und Gestaltung. Lassen Sie sich vor der Abgabe sagen, ob sich die Reparatur lohnt, wie lange sie dauert und was sie voraussichtlich kostet. Für Sportschuhe und Billigware ist eine Reparatur oft nicht sinnvoll. Wer Maßschuhe möchte, muss mit mehreren Terminen und längerer Lieferzeit rechnen, denn Leisten und Anproben sind zeitaufwendig. Fragen Sie auch nach Pflege, Imprägnierung und passenden Einlegesohlen, denn gutes Schuhwerk hält länger, wenn es regelmäßig gepflegt wird.

Abgrenzung zu anderen Gewerken

Orthopädieschuhmacher fertigen Einlagen, Schuhzurichtungen und orthopädische Maßschuhe nach ärztlicher Verordnung und arbeiten mit Krankenkassen zusammen. Der Schuhmacher fertigt und repariert Alltags- und Maßschuhe. Einfache Schuhreparaturen wie Absätze oder Sohlen führen auch handwerksähnliche Betriebe aus. Sattler und Feintäschner verarbeiten Leder zu Taschen, Gürteln und Fahrzeugausstattung. Schuhhändler verkaufen Ware und bieten teils Reparatur über Partnerbetriebe an. Bei Beschwerden am Fuß ist zunächst eine ärztliche Abklärung ratsam, ein Schuhmacher stellt keine Diagnose und fertigt keine Einlagen auf Rezept. Schuhreparaturen im Einzelhandel werden oft an Partnerwerkstätten weitergegeben. Fragen Sie nach, wo die Arbeit ausgeführt wird. Maßschuhmacher arbeiten nach Fußform und Wunsch, Reparaturbetriebe konzentrieren sich auf Sohlen und Absätze. Fragen Sie nach, welcher Schwerpunkt vorliegt.

Verwandte Gewerke: Sattler und Feintäschner, Orthopädieschuhmacher, Kürschner, Textilreiniger

Meisterpflicht und Eintragung

Das Gewerbe Schuhmacher gehört zu den zulassungsfreien Handwerken nach Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung. Ein Meisterbrief ist für die selbständige Ausübung nicht vorgeschrieben. Betriebe zeigen den Beginn bei der Handwerkskammer an und werden in das Verzeichnis der Inhaber zulassungsfreier Handwerke eingetragen (§§ 18, 19 HwO). Eine freiwillige Meisterprüfung ist nach § 51a HwO möglich, weil für das Gewerbe eine Ausbildungsordnung besteht. Für Sie heißt das: Ein Meistertitel kann ein Hinweis auf Qualifikation sein, ist aber keine Voraussetzung. Fragen Sie nach Gesellenbrief, Referenzen und Kammereintrag.

Ausbildung

AusbildungsberufMaßschuhmacher/Maßschuhmacherin
Dauer3 Jahre
Quellegesetze-im-internet.de

Woran Sie einen seriösen Betrieb erkennen

  • Fragen Sie, ob sich die Reparatur bei Ihrem Schuh lohnt, und lassen Sie sich Kosten und Dauer nennen.
  • Prüfen Sie nach der Abholung Passform und Sitz der Sohle und melden Sie Mängel zeitnah.
  • Fragen Sie bei Maßschuhen nach Anzahl der Anproben, Materialien und Lieferzeit.

Häufige Fragen

Ist Schuhmacher meisterpflichtig?

Nein. Schuhmacher steht in Anlage B der Handwerksordnung. Eine Meisterprüfung ist freiwillig, wo es eine Ausbildungsordnung gibt.

Was macht ein Schuhmacher?

Schuhmacher reparieren Schuhe, tauschen Sohlen und Absätze, bessern Nähte aus und fertigen Maßschuhe an. Auch Taschen, Gürtel und andere Lederwaren werden häufig mitrepariert. Wer hochwertige Schuhe lange tragen möchte, lässt sie fachgerecht instand setzen. Ein Meisterbrief ist für den Betrieb nicht erforderlich, das Gewerbe ist zulassungsfrei.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung zum Beruf Maßschuhmacher/Maßschuhmacherin dauert 3 Jahre.

Rechtsgrundlage: Handwerksordnung, Anlage B. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand 10/2026.