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Kleines Bad unter der Dachschräge mit wandhängendem WC, Waschtisch, Unterschrank und Heizkörper

Bad & Sanitär

Badplanung: Maße, Abstände und Grundrisse für das neue Bad

Redaktion Handwerker-Atlas · 05.10.2026 · aktualisiert 07.10.2026 · 8 Min. Lesezeit

Eine Badplanung legt Stellflächen, Abstände und Bewegungsflächen der Sanitärobjekte fest. Praxisgrundlage sind die Maße der zurückgezogenen DIN 18022: 20 Zentimeter seitlicher Abstand neben WC und Waschtisch. Für barrierefreie Bäder gilt DIN 18040-2 mit Bewegungsflächen von 120 × 120 Zentimetern.

📋 Kurz zusammengefasst

Die DIN 18022 ist ersatzlos zurückgezogen, ihre Maße gelten laut BauNetz Wissen in der Praxis weiter. Ein Waschtisch braucht mindestens 60 × 55 Zentimeter Stellfläche, ein WC mit Vorwandelement 40 × 60 Zentimeter, eine Duschwanne 80 × 80 Zentimeter. Seitlich neben WC und Waschtisch bleiben mindestens 20 Zentimeter frei. Vor dem WC sind 120 bis 135 Zentimeter ab Installationswand vorzusehen. Barrierefreie Bäder nach DIN 18040-2 brauchen 120 × 120 Zentimeter Bewegungsfläche, rollstuhlgerechte 150 × 150 Zentimeter. Bewegungsflächen dürfen sich überlagern.

Welche Normen gelten für die Badplanung?

Für die Badplanung gelten drei Regelwerke: die zurückgezogene DIN 18022 als Praxismaßstab, die DIN 68935 mit Koordinationsmaßen für Badmöbel und die DIN 18040-2 für barrierefreie Wohnungen. Ergänzend beschreibt die Richtlinie VDI 6000 Blatt 1 Mindestausstattung und Bewegungsflächen.

Die DIN 18022 regelte Stellflächen und Abstände in Bad und WC und wurde laut BauNetz Wissen ersatzlos gestrichen. Die DIN 68935 „Koordinationsmaße für Badmöbel, Geräte und Sanitärobjekte“ enthält nur wenige Angaben, deshalb planen Fachbetriebe weiter nach den alten Werten.

Die DIN 18040-2 für barrierefreie Wohnungen unterscheidet die Stufen barrierefrei und rollstuhlgerecht („R“). Verbindlich wird sie, wenn Bauordnung oder Förderprogramm sie verlangen.

Die VDI 6000 Blatt 1 legt laut Fachzeitschrift SBZ Monteur die Mindestausstattung eines Wohnungsbads fest: WC, Waschtisch und Badewanne oder Dusche.

Wie viel Platz brauchen WC, Waschtisch, Dusche und Badewanne?

Ein Einzelwaschtisch braucht mindestens 60 Zentimeter Breite und 55 Zentimeter Tiefe, ein WC mit Wandeinbauspülkasten 40 × 60 Zentimeter, eine Duschwanne 80 × 80 Zentimeter und eine Badewanne 170 × 75 Zentimeter. Die Werte stammen aus der DIN 18022 und gelten laut BauNetz Wissen als Planungsgrundlage.

Sanitärobjekt Stellfläche (Breite × Tiefe) Montagehöhe
Einzelwaschtisch ab 60 × 55 cm Oberkante 85 cm, bis 95 cm
Doppelwaschtisch ab 120 × 55 cm Oberkante 85 cm, bis 95 cm
WC mit Wandeinbauspülkasten (Vorwand) 40 × 60 cm Sitzhöhe 40 cm
WC mit Druckspüler oder Aufputzspülkasten 40 × 75 cm Sitzhöhe 40 cm
Duschwanne ab 80 × 80 cm, alternativ 75 × 90 cm –
Badewanne ab 170 × 75 cm Wannenrand ideal 59 cm

Unter einer Dachschräge braucht ein WC an der Sitzposition laut BauNetz Wissen 145 bis 155 Zentimeter Raumhöhe.

Ein Vorwandelement ist ein Montagegestell vor der Wand, das Spülkasten, Abwasser- und Wasseranschlüsse aufnimmt. Es wird im Trockenbau verkleidet. Das WC ragt dadurch 60 statt 75 Zentimeter in den Raum.

Welche Abstände und Bewegungsflächen sind vorgeschrieben?

Zwischen WC oder Waschtisch und der nächsten Wand oder dem nächsten Sanitärobjekt bleiben mindestens 20 Zentimeter seitlicher Abstand. Vor dem WC sind laut BauNetz Wissen 120 bis 135 Zentimeter ab Installationswand vorzusehen, vor dem Waschtisch 100 bis 145 Zentimeter.

Eine Bewegungsfläche ist die freie Fläche vor einem Sanitärobjekt, die zur Benutzung nötig ist. BauNetz Wissen misst sie ab Installationswand, also einschließlich der Objekttiefe:

Sanitärobjekt Bewegungsfläche ab Installationswand Seitlicher Abstand
WC 120 bis 135 cm mindestens 20 cm zur Wand oder zum Nachbarobjekt
Waschtisch 100 bis 145 cm mindestens 20 cm
Duschwanne 130 bis 175 cm –
Badewanne 120 bis 150 cm Wannenachse mindestens 45 cm von der Wand

Neben einer Einbauwanne bleiben mindestens 55 Zentimeter frei, bequem sind laut BauNetz Wissen 105 Zentimeter.

Da ein Bad meist von einer Person zur gleichen Zeit genutzt wird, dürfen sich Bewegungsflächen überlagern. Das gilt laut SBZ Monteur nach VDI 6000 Blatt 1 und laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz auch nach DIN 18040-2.

Welche Grundrisse eignen sich für ein kleines oder großes Bad?

Für Wohnungsbäder haben sich drei Grundrissformen bewährt: das Schlauchbad mit allen Objekten an einer Längswand, der L-Grundriss über Eck und das Quadratbad mit Objekten an zwei oder drei Wänden. Die Form richtet sich nach Raummaßen, Fenster, Tür und Lage der Fallleitung.

Schlauchbad: Alle Objekte stehen hintereinander an einer Wand. Mit den Werten aus BauNetz Wissen ergibt sich für WC, Waschtisch und Duschwanne 80 × 80 Zentimeter eine Wandlänge von mindestens 2,40 Metern: 20 Zentimeter Wandabstand, 40 Zentimeter WC, 20 Zentimeter Abstand, 60 Zentimeter Waschtisch, 20 Zentimeter Abstand, 80 Zentimeter Dusche. Die Raumbreite folgt aus der Bewegungsfläche vor der Dusche und beträgt mindestens 1,30 Meter.

L-Grundriss: WC und Waschtisch stehen an einer Wand, Dusche oder Wanne an der angrenzenden Wand. Die Bewegungsflächen überlagern sich in der Raummitte.

Quadratbad: Objekte stehen an zwei bis drei Wänden, die Raummitte bildet eine gemeinsame Bewegungsfläche. Eine Badewanne mit 170 Zentimetern Länge passt quer an die Stirnwand, wenn diese mindestens 1,70 Meter lang ist. WC und Waschtisch stehen dann an den Seitenwänden.

Ein Vorwandelement erlaubt laut SBZ Monteur auch Anordnungen frei im Raum, etwa hinter einer halbhohen Trennwand.

Wie planen Sie ein barrierefreies Bad nach DIN 18040-2?

Ein barrierefreies Bad nach DIN 18040-2 braucht vor WC, Waschtisch und Dusche je 120 × 120 Zentimeter Bewegungsfläche, ein rollstuhlgerechtes Bad 150 × 150 Zentimeter. Die Dusche ist bodengleich auszuführen, die Tür öffnet nach außen und ist mindestens 80 Zentimeter breit, bei Rollstuhlnutzung 90 Zentimeter.

Die Landesberatungsstelle der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt folgende Maße:

  • WC: Sitzhöhe 46 bis 48 Zentimeter, beim rollstuhlgerechten WC Beckentiefe 70 Zentimeter, auf einer Seite 90 Zentimeter Anfahrfläche, auf der anderen mindestens 30 Zentimeter.
  • Waschtisch: unterfahrbar, Oberkante 80 Zentimeter, Unterkante 67 Zentimeter, Flach- oder Unterputzsiphon, seitlich mindestens 20 Zentimeter Abstand.
  • Dusche: bodengleich ohne Aufkantung, 1,5 bis 2 Zentimeter Gefälle zum Bodenablauf, Armatur auf 85 bis 105 Zentimeter Höhe.
  • Spiegel: 100 Zentimeter hoch, Unterkante auf 90 Zentimeter.
  • Bodenbelag: rutschhemmend im gesamten Bad.

Eine bodengleiche Dusche ohne fest eingebaute Duschwand zählt laut Landesberatungsstelle als Bewegungsfläche mit.

💡 Expert Insight

Stütz- und Haltegriffe lassen sich nachrüsten, ihre Befestigung nicht. Die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen rät, Verstärkungen in Leichtbauwänden schon bei der Badplanung vorzusehen, auch wenn die Griffe erst Jahre später montiert werden. Neben dem WC sitzen Stützklappgriffe 28 Zentimeter über der Sitzfläche. Eine Verstärkung ist eine Holz- oder Metalleinlage in der Vorwand oder Trockenbauwand, die Zugkräfte aufnimmt. Lassen Sie ihre Lage vor dem Fliesen fotografieren.

Wie gehen Sie bei der Badplanung Schritt für Schritt vor?

Mit dem 5-Schritte-Badgrundriss kommen Sie von den Raummaßen zum fertigen Plan: Raum aufmessen, Ausstattung festlegen, Stellflächen und Abstände anordnen, Bewegungsflächen prüfen, Installation und Elektrik einzeichnen. Jeder Schritt baut auf dem Ergebnis des vorherigen auf.

  1. Raum aufmessen: Maße, Dachschrägen, Fenster, Tür, Heizkörper und Fallleitung erfassen.
  2. Ausstattung festlegen: WC, Waschtisch, Wanne oder Dusche, dazu Wünsche wie Doppelwaschtisch oder Waschmaschinenplatz.
  3. Stellflächen und Abstände anordnen: Objekte mit Stellmaßen einzeichnen, 20 Zentimeter seitlich neben WC und Waschtisch freihalten, WC nah an die Fallleitung legen.
  4. Bewegungsflächen prüfen: Flächen vor jedem Objekt einzeichnen, Türaufschlag und Heizkörper berücksichtigen.
  5. Installation und Elektrik einzeichnen: Vorwand, Leitungswege, Bodenablauf, Steckdosen und Leuchten planen. 230-Volt-Steckdosen liegen außerhalb der Schutzbereiche 1 und 2 nach DIN VDE 0100-701.

Für die Stromkreise im Bad ist ein FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) mit höchstens 30 mA vorgeschrieben.

Wie der Plan in die Bauphase übergeht, beschreibt Bad renovieren: Ablauf, Gewerke und Dauer im Überblick. Was die Umsetzung kostet, zeigt Was kostet eine Badsanierung?.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 begrenzen, wo Steckdosen, Schalter und Leuchten im Bad sitzen dürfen. Lassen Sie den Elektroplan vor dem Fliesen von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb prüfen. Die genannten Maße sind Planungswerte und ersetzen keine Fachplanung vor Ort.

Wer hilft bei der Badplanung?

Bei der Badplanung helfen Sanitärbetriebe, Badplaner im Fachhandel und Architekten. Der Sanitärbetrieb plant Leitungen und Vorwand, der Fliesenleger das Fliesenraster und die Gefälle. Im Handwerker-Atlas sind 6.109 Sanitär- und Heizungsbetriebe und 887 Fliesenlegerbetriebe erfasst (Stand 01.10.2026).

Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie unter Sanitär & Heizung finden: Betriebe nach Ort und Fliesenleger finden: Betriebe nach Ort. Wie Sie Angebote einholen und vergleichen, erklärt Handwerker finden und beauftragen: So gehen Sie vor.

💬 Einschätzung der Redaktion

Barrierefreie Maße gelten oft als Platzproblem für kleine Bäder. Die Fachquellen zeigen ein anderes Bild. Vor dem WC liegt die Bewegungsfläche nach den alten DIN-18022-Werten bei 120 bis 135 Zentimetern ab Installationswand, die barrierefreie Fläche nach DIN 18040-2 bei 120 × 120 Zentimetern. Der Unterschied ist kleiner, als der Begriff vermuten lässt. Dazu kommt die Überlagerungsregel: Eine bodengleiche Dusche ohne feste Duschwand zählt als Bewegungsfläche mit. Der eigentliche Aufwand steckt im Boden, denn Ablauf und Gefälle brauchen Platz im Bodenaufbau. Das lässt sich bei einer Sanierung einplanen, nicht nachträglich ergänzen. Prüfen Sie deshalb zuerst Bodenaufbau und Wandverstärkungen, die Ausstattung lässt sich später anpassen.

✓ Kernpunkte in Kürze

  • Die DIN 18022 ist zurückgezogen, ihre Stellmaße gelten in der Praxis weiter: Waschtisch ab 60 × 55 cm, Duschwanne ab 80 × 80 cm, Badewanne ab 170 × 75 cm.
  • Neben WC und Waschtisch bleiben mindestens 20 cm seitlicher Abstand frei.
  • Ein Schlauchbad mit WC, Waschtisch und Dusche braucht rund 2,40 m Wandlänge und 1,30 m Raumbreite.
  • Barrierefrei nach DIN 18040-2 bedeutet 120 × 120 cm Bewegungsfläche, rollstuhlgerecht 150 × 150 cm.
  • Der 5-Schritte-Badgrundriss führt vom Aufmaß über Ausstattung, Abstände und Bewegungsflächen bis zur Installationsplanung.

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Häufige Fragen zur Badplanung

Diese Fragen kommen bei der Badplanung regelmäßig auf.

Wie groß muss ein Bad mindestens sein?

Eine feste Mindestgröße für Bäder im Bestand schreibt keine Norm vor. Ein Schlauchbad mit WC, Waschtisch und Duschwanne 80 × 80 Zentimeter braucht nach den Planungswerten aus BauNetz Wissen rund 2,40 Meter Wandlänge und 1,30 Meter Breite, also gut 3 Quadratmeter.

Wie viel Abstand braucht ein WC zur Wand?

Ein WC braucht seitlich mindestens 20 Zentimeter Abstand zur Wand oder zum nächsten Sanitärobjekt, gemessen vom Beckenrand. Vor dem WC sind laut BauNetz Wissen 120 bis 135 Zentimeter ab Installationswand vorzusehen. Im rollstuhlgerechten Bad braucht eine Seite 90 Zentimeter Anfahrfläche.

Gilt die DIN 18022 noch?

Die DIN 18022 ist ersatzlos zurückgezogen. Die Nachfolgenorm DIN 68935 enthält Koordinationsmaße für Badmöbel, aber nur wenige Abstandsangaben. Laut BauNetz Wissen planen Fachbetriebe deshalb weiter mit den Stell- und Bewegungsflächen der alten DIN 18022.

Wie hoch wird ein Waschtisch montiert?

Ein Waschtisch wird laut BauNetz Wissen mit der Oberkante auf 85 Zentimetern montiert, bei großen Nutzern bis 95 Zentimeter. Ein unterfahrbarer Waschtisch für Rollstuhlnutzer sitzt laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mit der Oberkante auf 80 Zentimetern und der Unterkante auf 67 Zentimetern.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Maße in diesem Ratgeber stammen aus folgenden Quellen.

  • Abmessungen von Sanitärobjekten · baunetzwissen.de · Stellflächen nach DIN 18022 und Montagehöhen (abgerufen 02.10.2026).
  • Abstände von Sanitärobjekten · baunetzwissen.de · Bewegungsflächen ab Installationswand und seitliche Mindestabstände (abgerufen 02.10.2026).
  • Barrierefreie Sanitärräume nach DIN 18040-2 · baunetzwissen.de · Bewegungsflächen und Anforderungen an Türen und Duschen (abgerufen 02.10.2026).
  • Barrierefreie WCs · baunetzwissen.de · Sitzhöhe, Beckentiefe und Stützklappgriffe (abgerufen 02.10.2026).
  • Barrierefrei duschen! Planen, Bauen, Modernisieren in Bädern und Toiletten · verbraucherzentrale-rlp.de · Maße für WC, Waschtisch, Dusche und Türen nach DIN 18040-2 (Stand September 2017).
  • Planung von Bädern: Zweckraum war gestern · sbz-monteur.de · Mindestausstattung und Bewegungsflächen nach VDI 6000 Blatt 1, Überlagerung von Bewegungsflächen (Ausgabe 11/2009).
  • Elektroinstallation in Räumen mit Badewanne oder Dusche · baunetzwissen.de · Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 (abgerufen 02.10.2026).
  • Handwerker-Atlas, Datenstand 01.10.2026 · handwerker-atlas.com · Anzahl erfasster Betriebe nach Gewerk auf Basis von OpenStreetMap (ODbL).

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