Brennwerttechnik nutzt zusätzlich die Wärme des Wasserdampfs in den Abgasen. Dadurch erreichen Gas- und Ölkessel einen höheren Wirkungsgrad als Heizkessel ohne Kondensation.
Bei der Verbrennung von Gas oder Öl entsteht Wasserdampf. Ein Brennwertkessel kühlt die Abgase so weit ab, dass der Dampf kondensiert und die dabei frei werdende Wärme zusätzlich dem Heizwasser zugutekommt. Dafür sind ein großer Wärmetauscher und niedrige Rücklauftemperaturen nötig. Das anfallende Kondensat ist sauer und wird abgeleitet, teils nach Neutralisation. Brennwertgeräte benötigen eine feuchteunempfindliche Abgasanlage, etwa aus Kunststoff oder Edelstahl, denn die Abgase sind kühler und feucht. Bei der Modernisierung einer alten Anlage ist die Abgasführung daher häufig anzupassen. Auch der hydraulische Abgleich und niedrige Vorlauftemperaturen sind wichtig, damit das Gerät wirklich kondensiert. Worauf Sie als Kunde achten sollten: Fragen Sie nach dem Zustand von Schornstein oder Abgasleitung, nach Kondensatableitung und nach Wartung. Komponenten, die den Wirkungsgrad stark beeinflussen, sind regelmäßig durch Fachkundige zu warten. Welche Anforderungen an neue Heizungen gelten und welche Fördermöglichkeiten bestehen, sollten Sie vor der Entscheidung klären, da sich die Regeln ändern. Typische Fehler sind eine ungeeignete Abgasanlage, ein fehlender Abgleich und hohe Vorlauftemperaturen. Dann arbeitet das Gerät kaum im Brennwertbereich. Arbeiten an Gasanlagen und Abgasführung dürfen nur durch zugelassene Fachbetriebe erfolgen. Bei Gasgeruch das Gebäude verlassen und den Netzbetreiber-Notruf wählen.
Beispiel aus der Praxis
Beim Kesseltausch prüft der Heizungsbauer gemeinsam mit dem Schornsteinfeger die Abgasleitung. Sie wird durch eine feuchteunempfindliche Leitung ersetzt, das Kondensat wird abgeleitet.
Quelle: § 60 Gebäudemodernisierungsgesetz (vormals GEG), Wartung und Instandhaltung (Gesetze im Internet)
Allgemeine Erklärung, Stand 10/2026. Bei Arbeiten an Strom, Gas und tragenden Teilen gilt: nur durch einen Fachbetrieb.
