Betonbohrer und -schneider bohren, sägen und fräsen Öffnungen in Beton, Mauerwerk und Stein, zum Beispiel für Rohre, Leitungen, Türen und Fenster. Sie arbeiten mit Kernbohrgeräten, Wand-, Seil- und Fugensägen. Das Gewerbe ist handwerksähnlich, ein Meisterbrief ist für den Betrieb nicht vorgeschrieben.
Typische Aufgaben
- Kernbohrungen für Rohre, Kabel und Lüftung herstellen
- Wand- und Deckenöffnungen sägen
- Fugen in Betonböden schneiden
- Seilsägen bei dicken Bauteilen einsetzen
- Bauteile für Rückbau und Umbau trennen
- Leitungen und Bewehrung vor der Arbeit orten
- Staub und Wasser kontrolliert absaugen und entsorgen
Wann Sie diesen Betrieb brauchen
Betonbohrer und Betonschneider brauchen Sie bei Umbau, Sanierung, Rückbau oder Haustechnik, wenn Öffnungen in massive Bauteile müssen: Kernbohrungen für Rohre und Leitungen, Durchbrüche für Türen, Treppen, Lüftung oder Fenster, Fugenschnitte in Böden oder das Trennen von Bauteilen. Gegenüber Schlagbohren und Stemmen arbeiten Betonbohrer und Betonschneider präzise, mit weniger Erschütterung und weniger Staub, aber mit Wasser und Schlamm. Vor jedem Schnitt wird ermittelt, wo Bewehrung, Leitungen und tragende Teile liegen. Klären Sie Zugänglichkeit, Stromanschluss, Wasser und Entsorgung vorab und halten Sie diese Punkte im Angebot fest, ebenso Termin und Lärmschutz. Planen Sie Lärm und Erschütterung ein und informieren Sie Nachbarn und Hausverwaltung vorab. Fragen Sie nach Sicherung des Arbeitsbereichs und danach, wie die Staub- und Schlammbelastung begrenzt wird.
Abgrenzung zu anderen Gewerken
Betonbohrer und -schneider schaffen Öffnungen in vorhandenem Beton. Maurer und Betonbauer errichten Bauteile, Eisenflechter verlegen die Bewehrung vor dem Betonieren. Abbruchunternehmen reißen Gebäude oder große Bauteile ab, Elektriker und Installateure setzen Leitungen und Rohre in die geschaffenen Öffnungen. Tragwerksplaner beurteilen, ob und wo Durchbrüche statisch zulässig sind und ob Ersatzmaßnahmen nötig werden. Der Hausbesitzer selbst sollte keine tragenden Teile eigenmächtig öffnen. Auch ein Heimwerker-Bohrhammer ersetzt nicht das Fachverfahren bei dicken Wänden und Decken, besonders wenn Bewehrung durchtrennt wird. Auch Bauunternehmen bieten diese Arbeiten an. Der Spezialist bringt Technik und Erfahrung mit, die bei dicken Bauteilen und engen Platzverhältnissen entscheidend sind. Genehmigungen oder Anzeigen sind je nach Bauvorhaben nötig, das klärt die Bauaufsicht.
Verwandte Gewerke: Maurer und Betonbauer, Eisenflechter, Elektriker, Sanitär und Heizung
Meisterpflicht und Eintragung
Betonbohrer und -schneider ist ein handwerksähnliches Gewerbe und steht in Anlage B Abschnitt 2 der Handwerksordnung. Einen Meisterbrief verlangt das Gesetz nicht. Wer das Gewerbe als stehendes Gewerbe beginnt, zeigt es der Handwerkskammer an, die den Inhaber in ihr Verzeichnis aufnimmt (§§ 18, 19 HwO). Eine Meisterprüfung setzt nach § 51a HwO eine Ausbildungsordnung voraus. Ob es sie für dieses Gewerbe gibt, klärt die Handwerkskammer. Achten Sie als Auftraggeber deshalb auf nachweisbare Erfahrung, Referenzen und eine klare, schriftliche Leistungsbeschreibung.
Woran Sie einen seriösen Betrieb erkennen
- Lassen Sie klären, ob Durchbrüche statisch zulässig sind, und fordern Sie bei tragenden Bauteilen einen Nachweis.
- Fragen Sie nach Leitungs- und Bewehrungsortung vor Beginn und nach Staub-, Wasser- und Lärmschutz.
- Klären Sie Zugang, Strom, Wasser und Entsorgung des Bohrschlamms im Angebot.
Durchbrüche in tragenden Bauteilen und die Nähe zu Strom-, Gas- und Wasserleitungen sind gefährlich. Nur durch Fachbetrieb, vorher Leitungen und Statik klären.
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Häufige Fragen
Ist Betonbohrer und -schneider meisterpflichtig?
Nein. Betonbohrer und -schneider steht in Anlage B der Handwerksordnung. Eine Meisterprüfung ist freiwillig, wo es eine Ausbildungsordnung gibt.
Was macht ein Betonbohrer und -schneider?
Betonbohrer und -schneider bohren, sägen und fräsen Öffnungen in Beton, Mauerwerk und Stein, zum Beispiel für Rohre, Leitungen, Türen und Fenster. Sie arbeiten mit Kernbohrgeräten, Wand-, Seil- und Fugensägen. Das Gewerbe ist handwerksähnlich, ein Meisterbrief ist für den Betrieb nicht vorgeschrieben.
Rechtsgrundlage: Handwerksordnung, Anlage B. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand 10/2026.
